Scherzartikel

Lachen ist gesund: Was Humor im Körper bewirkt

Zwerchfell, Puls, Glückshormone: Was Lachen im Körper bewirkt, welche Effekte gut belegt sind und welche Versprechen zu weit gehen.

Lachen ist gesund in dem Sinne, dass es kurzfristig messbar auf den Körper wirkt: Atmung, Zwerchfell und Gesichtsmuskeln arbeiten, Puls und Blutdruck steigen kurz an und fallen danach wieder ab, und viele fühlen sich anschließend gelöster. Gemeinsames Lachen setzt nach einer Bildgebungsstudie körpereigene Opioide frei. Weitreichende Versprechen, etwa ein dauerhaft stärkeres Immunsystem oder ein längeres Leben, sind dagegen nicht belegt.

Auf einer Seite über Scherzartikel darf die Frage nicht fehlen, was das Ganze eigentlich bringt, außer guter Laune. Dieser Ratgeber trennt, was die Forschung zeigt, von dem, was in Kalendersprüchen steht.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Lachen ist eine schöne Ergänzung im Alltag, aber kein Heilmittel. Bei Beschwerden oder anhaltender Niedergeschlagenheit gehört der Weg zur Ärztin oder zum Arzt.

Was beim Lachen im Körper passiert

Ein herzhaftes Lachen ist ein kleines Ganzkörperprogramm. Die folgenden Vorgänge laufen mehr oder weniger gleichzeitig ab.

Atmung und Zwerchfell

Beim Lachen atmest du in kurzen, kräftigen Stößen aus. Das Zwerchfell und die Bauchmuskeln ziehen sich rhythmisch zusammen, die Stimmbänder erzeugen das typische „Ha-ha“. Wer lange lacht, muss danach tief Luft holen. Deshalb fühlt sich ein Lachanfall manchmal an wie ein kurzes Training für den Bauch.

Gesicht und Muskeln

Im Gesicht zieht vor allem der große Jochbeinmuskel die Mundwinkel nach oben. Bei echtem, spontanem Lachen ziehen sich zusätzlich die Muskeln rund um die Augen zusammen, es entstehen die bekannten Lachfältchen. Diese Form wird nach dem französischen Arzt Guillaume Duchenne, der im 19. Jahrhundert Gesichtsausdrücke untersucht hat, auch Duchenne-Lächeln genannt. Bei heftigem Lachen erschlafft dagegen manche Muskulatur kurz, deshalb sagt man, man sei „schwach vor Lachen“.

Herz und Kreislauf

Während eines kräftigen Lachens steigen Puls und Blutdruck kurz an. Danach sinken sie wieder, und viele empfinden ein Gefühl der Entspannung. Dieses Auf und Ab ähnelt einer kleinen Stressreaktion, die anschließend abklingt. Medizinische Informationsportale beschreiben das als kurzfristige Entlastung, ein Ersatz für Bewegung ist Lachen aber nicht: Der zusätzliche Energieverbrauch ist gering.

Gehirn und Botenstoffe

Am spannendsten ist die Frage nach den sogenannten Glückshormonen. Eine Forschungsgruppe der Universität Turku hat 2017 im Fachjournal „Journal of Neuroscience“ eine Studie veröffentlicht, in der Männer nach einer halben Stunde Comedy mit engen Freunden per Positronen-Emissions-Tomografie untersucht wurden. Ergebnis: Das gemeinsame Lachen setzte im Gehirn körpereigene Opioide frei, also Botenstoffe, die mit Wohlbefinden und Schmerzdämpfung zusammenhängen. In einem Begleitversuch lag die Schmerzschwelle nach lustigen Videos in der Gruppe höher als nach einem ernsten Film.

Die Studie war mit zwölf Teilnehmern im Bildgebungsteil klein. Sie liefert aber eine plausible Erklärung dafür, warum gemeinsames Lachen so gut tut und Menschen verbindet.

Was belegt ist und was nicht

Aussage Einschätzung
Lachen verändert Atmung, Puls und Muskelspannung gut belegt, kurzfristiger Effekt
Nach dem Lachen fühlen sich viele entspannter gut belegt als subjektive Erfahrung
Gemeinsames Lachen setzt körpereigene Opioide frei Hinweise aus einer kleinen Bildgebungsstudie
Lachen kann die Schmerzschwelle kurzfristig erhöhen Hinweise aus kleinen Studien
Lachen stärkt dauerhaft das Immunsystem nicht sicher belegt, Ergebnisse uneinheitlich
Lachen verlängert das Leben nicht belegt
Lachen ersetzt Sport nein, der Energieverbrauch ist gering
Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene 15 Mal verbreitete Zahl ohne belastbare Quelle

Viele Studien zum Thema haben wenige Teilnehmende oder messen nur über kurze Zeit. Außerdem ist schwer zu trennen, ob das Lachen selbst wirkt oder das, was oft dazugehört: Freunde, Ablenkung, eine entspannte Situation. Das macht Lachen nicht weniger wertvoll, aber Schlagzeilen wie „Lachen heilt“ gehen deutlich zu weit.

Lachen ist vor allem sozial

Die Lachforschung, Fachbegriff Gelotologie, betont einen Punkt immer wieder: Menschen lachen viel häufiger in Gesellschaft als allein. Und meist nicht über ausgefeilte Witze, sondern in ganz normalen Gesprächen, über Kleinigkeiten und gemeinsame Erlebnisse. Lachen ist ein Signal: Wir verstehen uns, alles ist in Ordnung.

Dazu passt, dass Lachen ansteckt. Wer andere lachen hört, lacht leichter mit, selbst wenn er den Anlass gar nicht mitbekommen hat. Babys lachen schon in den ersten Lebensmonaten, lange bevor sie Witze verstehen. Lachen ist also kein erlerntes Verhalten, sondern ein angeborener Teil menschlicher Kommunikation.

Warum man sich nicht selbst kitzeln kann

Ein schönes Beispiel dafür, wie eng Lachen mit anderen Menschen verknüpft ist, liefert das Kitzeln. Wer sich selbst kitzelt, muss kaum lachen. Das Gehirn sagt die eigene Bewegung voraus und dämpft die Empfindung, weil keine Überraschung entsteht. Kitzelt dagegen eine vertraute Person, reagieren viele mit Lachen. Kitzeln ist allerdings nur so lange lustig, wie es freiwillig bleibt: Wer „Stopp“ sagt, meint es ernst, auch wenn er dabei noch lacht.

Für den Alltag heißt das: Der lustigste Film allein auf dem Sofa bringt meist weniger als ein mittelmäßiger Spieleabend mit Freunden.

Lachen in Medizin und Pflege

Zwei Anwendungen sind besonders bekannt:

  • Klinikclowns: Speziell ausgebildete Clowns besuchen Kinder im Krankenhaus. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2023, die randomisierte Studien zusammenfasst, kam zu dem Ergebnis, dass Clownbesuche die Angst von Kindern vor medizinischen Eingriffen verringern können. Auch andere Formen der Ablenkung wirken ähnlich, Clowns sind also eine von mehreren guten Möglichkeiten.
  • Lachyoga: Die Methode stammt aus Indien, wo der Arzt Madan Kataria Mitte der 1990er-Jahre die ersten Lachclubs gründete. Gelacht wird ohne Grund, angeleitet durch Übungen, bis aus dem künstlichen Lachen echtes wird. Viele erleben das als befreiend. Die Studienlage ist klein, als Freizeitangebot in der Gruppe spricht aber nichts dagegen.

In beiden Fällen gilt: Lachen begleitet Behandlung und Pflege, es ersetzt sie nicht.

Wann Lachen nicht guttut

Für die allermeisten Menschen ist Lachen völlig unbedenklich. Ein paar Ausnahmen gibt es trotzdem:

  • Nach Operationen am Bauch oder bei Rippenverletzungen kann Lachen schmerzhaft sein. Ein Kissen fest an den Bauch zu drücken, hilft manchen.
  • Bei Asthma kann heftiges Lachen bei manchen Betroffenen Husten oder Atemnot auslösen.
  • Bei Beckenbodenschwäche kann es beim Lachen zu ungewolltem Urinverlust kommen. Das ist häufig und behandelbar, ein Gespräch mit der Hausarztpraxis lohnt sich.
  • Bei Narkolepsie können starke Gefühle wie Lachen bei manchen Betroffenen einen plötzlichen Verlust der Muskelspannung auslösen, die sogenannte Kataplexie.

Und dann ist da die soziale Seite: Lachen verbindet, Auslachen verletzt. Wer über andere lacht statt mit ihnen, erreicht das Gegenteil von dem, was Humor leisten kann. Manche Menschen haben sogar ausgeprägte Angst davor, ausgelacht zu werden. Das gilt auch für Streiche: Ein guter Scherz bringt am Ende alle zum Lachen, auch die Person, der er gespielt wurde.

Mehr Lachen im Alltag

Lachen lässt sich nicht verordnen, aber man kann Gelegenheiten schaffen:

  1. Zeit mit Menschen verbringen, mit denen du gern lachst. Das ist der wirksamste Hebel.
  2. Spiele statt Bildschirm: Bei Partyspielen wie Pantomime oder Wer bin ich? wird fast automatisch gelacht, weil alle mitmachen und Fehler zum Spiel gehören.
  3. Kleine Überraschungen: Ein harmloser Scherzartikel auf dem Schreibtisch oder Wackelaugen im Kühlschrank sorgen für einen kurzen Moment der Heiterkeit. Ideen dafür gibt es im Lexikon Spaßgadgets von A bis Z und in der Liste der besten Scherzartikel.
  4. Über sich selbst lachen: Wer eigene Missgeschicke mit Humor erzählt, nimmt ihnen die Schwere und lädt andere ein, mitzulachen.
  5. Lustiges teilen: Ein komisches Foto, eine Anekdote vom Tag, ein Insider aus der Familie. Gemeinsames Lachen wirkt stärker als Lachen allein.

Lachen ist also kein Wundermittel, aber eine der angenehmsten Arten, Stress kurz loszulassen und sich mit anderen verbunden zu fühlen. Für eine Seite namens Mehr Schbass ist das Grund genug.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Stärkt Lachen das Immunsystem?

Das wird oft behauptet, ist aber nicht sicher belegt. Es gibt einzelne kleine Studien mit Hinweisen auf Veränderungen bei Immunwerten, die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich. Gut belegt ist vor allem, dass Lachen kurzfristig entspannt und die Stimmung hebt.

Werden beim Lachen Glückshormone ausgeschüttet?

Eine Studie der Universität Turku aus dem Jahr 2017 hat mit Bildgebung gezeigt, dass gemeinsames Lachen beim Comedy-Schauen mit Freunden körpereigene Opioide freisetzt. Diese Botenstoffe hängen mit Wohlbefinden und Schmerzempfinden zusammen. Die Studie war klein, passt aber zu weiteren Hinweisen, dass Lachen die Schmerzschwelle kurzfristig erhöhen kann.

Stimmt es, dass Kinder 400 Mal am Tag lachen?

Diese Zahl wird oft zitiert, eine belastbare Quelle dafür gibt es nicht. Sicher ist nur, dass Kinder viel und gern lachen und dass Menschen in Gesellschaft deutlich häufiger lachen als allein.

Kann Lachen auch schaden?

Für gesunde Menschen ist Lachen unbedenklich. Nach Operationen am Bauch oder bei Rippenverletzungen kann es aber wehtun, bei manchen Menschen mit Asthma kann heftiges Lachen Beschwerden auslösen. Und Lachen über andere verletzt, wenn es zum Auslachen wird.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Mehr Schbass.